November 13, 2021

DIE GESCHICHTE HINTER QUEERNESS

Von Benedikt Korkmaz
DIE GESCHICHTE HINTER QUEERNESS

lotta, jonas, was gibt es über euch zu wissen?

ich bin lotta, 21 jahre alt und studiere medienmanagement im wunderschönen würzburg. In meiner freizeit spiele und gucke ich gerne fußball oder treffe mich mit freunden. lili und benny habe ich durch das studium und die hochschule kennengelernt und ich freue mich sehr, teil von einfach mensch sein zu dürfen.

ich bin jonas, 23 jahre alt und studiere ebenfalls medienmanagement in würzburg. meine leidenschaft ist das fotografieren und filmen und ich stocke damit auch neben dem studium mein taschengeld etwas auf. wenn außerdem nicht gerade corona ist, reise ich super gerne. aber lieber aktivurlaub statt strand und party.

 

über welches thema sprecht ihr bei uns?

wir möchten über queerness sprechen.

 

warum liegt euch das thema am herzen? 

„von einer gleichberechtigung kann man hier nicht sprechen. und das darf nicht sein. wir brauchen vollständige akzeptanz in der gesellschaft.“

 

queerness ist ein thema, dasmich schon länger beschäftigt. ich bin nicht nur selbst teil der lgbtq+ community, sondern will auch für mehr akzeptanz in unserer gesellschaft gegenüber queeren menschen sorgen. heutzutage gibt es immer noch homofeindlichkeit und übergriffe. gewalt an menschen der lgbtq+ community ist keine seltenheit und auch das suizidrisiko von queeren jugendlichen ist um das dreifachehöher, bei transgender jugendlichen sogar um das sechsfache höher als bei heterosexuellen. deshalb brauchen wir vollständige akzeptanz in der gesellschaft!

queere menschen wird oft das gefühl gegeben nicht normal zu sein. es können komische blicke sein, die man zugeworfen bekommt wenn man mit dem:der partner:in händchenhaltend durch die stadt läuft, bis hin zur aktiven ablehnung in der gesellschaft. von einer gleichberechtigung kann man hier nicht sprechen. und das darf nicht sein.

 

seit wann beschäftigt ihr euch mit dem thema? 

die themen queerness und sexualität beschäftigen mich schon seit meiner schulzeit. damals habe ich lange mit mir und meiner identität gekämpft, weil ich angst hatte abgelehnt und diskriminiert zu werden. in unserer schule und klasse gab es zudem wenige geoutete personen, was es mir noch schwieriger gemacht hat mitmeiner queerness offen umzugehen. ich hoffe, dass wir irgendwann in einer welt leben, in der keine*r sich mehr verstecken muss und jede*r seine:ihre sexualität offen ausleben kann.   

ich selbst bin schwul und seit einem jahr mit einem mann zusammen.

 

was möchtet ihr mit anderen teilen? welche message wollt ihr verbreiten?  

“love is love – it’s that simple!”

 

sexualität und identität bestehen nicht aus einem status quo. jede*r sollte denjenigen/diejenige lieben können, die er/sie will, ohne dafür diskriminiert zu werden. sexualität ist nicht etwas, was man sich aussuchen kann und keiner sollte sich für diese schämen oder diskriminiert werden. love is love. it´s that simple!

queerness soll als etwas normales angesehen werden. nicht als etwas außergewöhnliches oder komisches. man sollte nicht durch seine sexualität definiert und anders behandelt werden. es werden sich in der gesellschaft noch viel zu viel gedanken darüber gemacht, ob eine person homo, hetero, bi oder was auch immer ist oder welchem geschlecht sich die person zugehörig fühlt. es macht aber einfach keinen unterschied.

 

wie können andere aus eurer sicht helfen?

„es geht für mich um sichtbarkeit. nie mit queerness konfrontiert zu werden bedeutet auch dass es nie normal sein wird. ich versuche offen mit meiner sexualität umzugehen und sie nicht zu verstecken. ich bin mir sicher, dass dies die akzeptanz in der gesellschaft fördert.“

 

um gesellschaftliche akzeptanz zu schaffen, brauchen wir mehr sichtbarkeit von lgbtq+ menschen, vor allem in den medien. auch in den schulen sollte das thema sexualität häufiger behandelt werden, um den kindern zu zeigen, dass es mehr als eine art zu lieben gibt. selbst das starkmachen für die lgbtq+ community, indem man zivilcourage zeigt und sich gegen diskriminierung und homophobie einsetzt, würde für mehr akzeptanz sorgen.

sichtbarkeit ist für mich hier besonders wichtig. wenn die gesellschaft nicht mit queerness konfrontiert wird, dann wird sie es auch nie als normal ansehen. es wird für immer etwas anderes sein. aber wenn ihnen queerness im alltag begegnen, dann hilft das. 
es gibt menschen die finden es eklig, wenn sich zwei männer in der öffentlichkeit küssen. wahrscheinlich, weil sie noch nicht oft gesehen haben, wie sich zwei männer küssen. wäre ihnen das bild nicht so fremd, dann würde es vielleicht wieder ganz anders aussehen. daher wird mein freund viiiiel geküsst - auch in der öffentlichkeit! 

ich versuche offen mit meiner sexualität umzugehen und sie nicht zu verstecken. ich bin mir sicher, dass dies die akzeptanz in der gesellschaft fördert.

 

welche organisation möchtet ihr gerne unterstützen?

wir würden gerne das wuf-zentrum, ein schwul-lesbisches zentrum in würzburg unterstützen.

https://www.wufzentrum.de/?id=85

 

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